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Beglaubigte Übersetzungen für juristische Dokumente: Anforderungen, Ablauf und Praxis

Katharina Reiter Katharina Reiter
Richterhammer und Waage neben juristischen Dokumenten auf einem Schreibtisch.

Inhalt

beglaubigte Übersetzungen sind im juristischen und behördlichen Kontext unverzichtbar. Unternehmen, Kanzleien und Institutionen stehen regelmäßig vor der Aufgabe, fremdsprachige Dokumente rechtsgültig einzureichen. Der folgende Beitrag erläutert, was eine beglaubigte Übersetzung ausmacht, wann sie erforderlich ist und welche Formalitäten zu beachten sind.

Was ist eine beglaubigte Übersetzung?

Eine beglaubigte Übersetzung ist eine rechtlich anerkannte Übertragung eines Dokuments, die von einem professionellen Übersetzer angefertigt wird, der die inhaltliche Richtigkeit und Vollständigkeit bestätigt. Im Unterschied zu einfachen Übersetzungen besitzt sie offizielle Gültigkeit gegenüber Behörden, Gerichten und Bildungseinrichtungen.

Die Übersetzer versehen die Übersetzung mit einem Beglaubigungsvermerk, der die wahre und getreue Wiedergabe des Originaldokuments garantiert. 

Wann sind beglaubigte Übersetzungen erforderlich?

Beglaubigte Übersetzungen sind immer dann notwendig, wenn fremdsprachige Dokumente in offiziellen Verfahren verwendet werden. Typische Anwendungsfälle sind:

  • Gerichte und Justiz: In Zivil-, Straf- oder Verwaltungsverfahren akzeptieren Gerichte ausschließlich beglaubigte Übersetzungen als Bestandteil der Verfahrensakte.

  • Behörden und Ämter: Bei Einwanderungs-, Einbürgerungs- oder standesamtlichen Verfahren (z. B. Heirat oder Geburt) schreiben Behörden regelmäßig beglaubigte Übersetzungen vor.

  • Notare und Handelsregister: Bei Unternehmensgründungen, Umstrukturierungen oder strategischen Unternehmenszusammenschlüssen wie Fusionen und Übernahmen müssen beglaubigte Verträge, Satzungen und Registerauszüge vorliegen.

  • Hochschulen: Zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse oder zur Studienzulassung sind beglaubigte Zeugnisse und Diplome erforderlich.

Häufig betroffen sind unter anderem Geburts- und Heiratsurkunden, Scheidungsurteile, Führungszeugnisse, Verträge, Handelsregisterauszüge sowie akademische Zeugnisse.

Formale Anforderungen in Deutschland

In Deutschland dürfen beglaubigte Übersetzungen ausschließlich von allgemein beeidigten und öffentlich bestellten Übersetzern erstellt werden. Diese haben vor einem Landgericht oder einer zuständigen Behörde einen Eid abgelegt, der sie zur gewissenhaften und vollständigen Übersetzung verpflichtet.

Eine rechtswirksame beglaubigte Übersetzung muss folgende Bestandteile enthalten:

  • Richtigkeits- und Vollständigkeitsvermerk

  • Stempel des Übersetzers mit Namensangabe und Sprachkombination

  • Eigenhändige Unterschrift

  • Datum und Ort der Ausstellung

Darüber hinaus muss die äußere Gestaltung dem Original möglichst entsprechen. 

Kosten, Dauer und Ablauf

Die Kosten einer beglaubigten Übersetzung richten sich nach Sprachkombination, Textumfang, juristischem Schwierigkeitsgrad und Lieferzeit. Die Bearbeitungsdauer lässt sich anhand der endgültigen Anzahl der zu übersetzenden Dokumente bestimmen.

Üblicherweise gestaltet sich der Ablauf wie folgt:

  • Schritt 1: Dokumentenübermittlung als Scan oder Foto

  • Schritt 2: Kostenvoranschlag

  • Schritt 3: Übersetzung durch vereidigten Fachübersetzer

  • Schritt 4: Qualitätssicherung (z. B. Vier-Augen-Prinzip)

  • Schritt 5: Zustellung per Post oder als signiertes PDF

Fazit

Beglaubigte Übersetzungen sind ein zentraler Bestandteil rechtskonformer internationaler Verfahren. Für Unternehmen und Institutionen ist es entscheidend, formale Vorgaben genau einzuhalten und mit qualifizierten, vereidigten Übersetzern zusammenzuarbeiten.

Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Angebot!

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